Forschung

Prävention berufsspezifischer Belastungen im Studium für Ärzte

Obwohl in einem Gesundheitsberuf ausgebildet und von Berufs wegen mit der Gesundheit befasst zeigen epidemiologische Daten Gefährdungen von Ärztinnen und Ärzten. Alkohol- und Substanzmissbrauch, Scheidungszahlen und Suizid sind gegenüber der Allgemeinbevölkerung oder vergleichbaren Berufsgruppen erhöht. Ebenso finden sich erhöhte Werte für Depression und psychosoziale Störungen.
Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass einzelne vorbestehende Persönlichkeitseigenschaften (wie z.B. Gewissenhaftigkeit, Pflichtbewußtsein und Streben nach Perfektion) zwar einerseits der Patientenversorgung dienen und die eigene berufliche Karriere befördern. Andererseits können diese Eigenschaften im medizinischen Kontext, der geprägt ist durch Leistungsorientierung und Wettbewerb in Ausbildung und Berufsausübung, hohe zeitliche und emotionale Arbeitsbelastung und z.T. schwierige organisatorische Rahmenbedingungen, aber auch ungünstig verstärkt werden. Mit den vielfältigen Belastungen geht häufig ein eingeschränktes persönliches Gesundheits- und teilweise kontraproduktives Copingverhalten einher, sodass sich eine anhaltende Belastungssituation als Risikokonstellation für die beschriebenen Auffälligkeiten ergibt.
Dieses ist jedoch nicht nur für die Gesundheit der Ärzte selbst relevant. Nicht ausreichend kompensierte chronische Belastungen können auch den Behandlungsprozess beeinträchtigen und die Vorbildwirkung des Arztes (Arzt als Modell) für den Patienten in der Wirksamkeiten herabsetzen.

Für die Forschungsaktivitäten ergeben sich zwei Bereiche:
1. In einer empirischen Untersuchung wird im Rahmen eines aus Querschnittuntersuchungen zusammengesetzten „Längsschnitts“ überprüft, wie sich Einstellungen und Gesundheitsverhalten im Laufe der Ausbildung und im Übergang zum Beruf entwickeln. Dazu werden in einer Erhebung zum Psychosozialen Erleben und Verhalten Medizinstudenten zu Beginn und vor Abschluss ihres Studium sowie Ärzte in den ersten Berufsjahren befragt. Vorgesehen ist eine Befragung der Medizin-Studenten des ersten und 5. Studienjahres der Universitäten Freiburg, Lübeck und Witten /Herdecke und von Berufsanfängern in diesen Regionen.
2. Entwicklung eines Curricularen Moduls im Sinne einer frühzeitigen Intervention der Gesundheitsförderung und Prävention für MedizinstudentInnen und ÄrztInnen
Praevention

Religion, Spiritualität und Gesundheit

Beginnend mit den ersten naturwissenschaftlichen Untersuchungen antiker Philosophen und Ärzte und stark gefördert seit der Aufklärung, galt das Ziel wissenschaftlicher Forschung der exakten, naturwissenschaftlichen Erklärung der Phänomene in belebter und unbelebter Natur. Es schien nur noch eine Zeitfrage, bis sich alle mystisch-übernatürlichen Erklärungsansätze endgültig als obsolet erweisen würden. Religion und Glaube im Zusammenhang mit Naturphänomenen und Gesundheit oder Krankheit waren einbezogen in diese Entwicklung. Sie standen in der Gefahr, als nicht relevant in den Bereich privater (irrationaler) Vorliebe gedrängt zu werden. Mancher sah sogar überwiegend den schädlichen Aspekt von Religion und Glauben.
Dass wissenschaftliche Studien der letzten 20 Jahre aber mit durchaus überraschenden Erkenntnissen zu diesem Thema aufwarten ist vielfach unbekannt… Glaube